Unsere Musik spielen wir auf traditionellen Instrumenten Lateinamerikas. Dabei machen wir nicht vor Landesgrenzen halt und verfügen somit über ein Instrumentarium aus den entgegengesetztesten Winkeln des Kontinents. Wir führen den Weg fort, den Violeta Parra, Victor Jara, Inti-Illimani und viele andere vor uns ab Mitte des vorigen Jahrhunderts beschritten und lassen verschiedene lateinamerikanische Musikelemente zu einer gemeinsamen Sprache werden. |
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Die von uns verwendeten Flöten stammen überwiegend aus der Andenregion und wurden von den indigenen Ureinwohnern entwickelt |
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Saiteninstrumente wurden in Amerika erst durch die europäischen Eroberer bekannt. So zählt die Gitarre heute in ganz Lateinamerika zu den wichtigsten Volksinstrumenten. Es entstanden aber auch ganz neue Instrumente die dem Rest der Welt weitgehend unbekannt sind. |
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Die Schlag- und Percussionsinstrumente haben in der lateinamerikanischen Folklore zwei Wurzeln. Einige Instrumente sind indigenen Ursprungs, andere kamen mit den Sklaven aus Afrika. |
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| Unsere Instrumente im Einzelnen... | |||||||||||||||||||
| Blasinstrumente | Saiteninstrumente | Schlaginstrumente | |||||||||||||||||
| Quena | Charango | Bombo | |||||||||||||||||
| Zampoña | Tiple | Cajón peruano | |||||||||||||||||
| Cuatro venezolano | diverse Percussionsinstrumente | ||||||||||||||||||
| Gitarre | |||||||||||||||||||
| Bass-Instrumente | |||||||||||||||||||
Die Quena ist die bedeutenste Flöte im Andengebiet. Sie ist präkolumbischen Ursprungs und wird aus Bambus oder Knochen gefertigt. Die Quena hat kein Mundstück. Zur Tonerzeugung wird die Luft über eine Kerbe geblasen. Mit den 7 Grifflöchern (sechs vorne, eins auf der Rückseite) kann man die Tonhöhe variieren. Durch Überblasen gelangt man in die 2. und 3. Oktave. Der große Bruder der Quena ist der tief klingende Quenacho. |
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Die gewöhnliche Quena ist in G-Dur gestimmt, Quenachos sind meistens in C-Dur oder D-Dur zu finden. Eine Quena ist an ihre Tonart gebunden, da Halbtöne nur bedingt möglich sind. Abhilfe schafft hier die "moderne Quena" (wie Alonso sie taufte). |
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Die "moderne Quena" ist eine Erfindung aus Deutschland und hat die Verschmelzung von Quena und Querflöte bewirkt. Hierbei wird ein Quenakopf auf die Querflöte aufgesteckt, die somit längs - und nicht mehr quer - gespielt wird. Sie ist chromatisch spielbar und vereint in sich die tiefen Register des Quenachos als auch die hohen Reguster der Quena. |
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Die Zampoña ist eine Panflöte. Für jeden Ton gibt es ein - auf der Unterseite geschlossenes - Rohr. Die Zampoñas werden in vielen Tonhöhen gefertigt. Von den hohen zu den tiefen Registern heißen sie:Chúli, Malta, Bastos/Zanca und Toyos oder Jacha Sikus. Das kürzeste Rohr des Chúli mißt knapp einen Zentimeter während das längste Rohr der Toyos fast 1,60 Meter lang ist. Die Toyos sind sehr schwerfällig und fordern eine große Lungenkapazität. Deshalb werden sie fast immer auf zwei Spieler aufgeteilt (siehe Foto). |
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Der Name der Flöten variiert von Region zu Region: So werden sie unter anderem auch Siku oder Antara genannt. Ebenso regional abhängig ist die Ausrichtung der tiefen und hohen Töne. Während die bolivianischen Flötisten die tiefen meist Töne rechts spielen, spielen peruanische und ecuadorianische Flötisten die tiefen Töne meist links. |
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Standardmäßig wurden Zampoñas in den letzten Jahrzehnten diatonisch gefertigt, und dies meist in G-Dur. Durch die Weiterentwicklung der Musik reichte das irgendwann nicht mehr aus. So gibt es heute Zampoñas in jeder anderen Tonart und auch chromatische (mit allen Halbtönen versehene) Instrumente. Es gibt zahlreiche Varianten der Tonanordnung von denen wir hier einige aufzählen möchten. |
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Einreihig diatonisch: Alle Töne liegen nebeneinander. |
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Zweireihig diatonisch: Die Töne sind abwechselnd auf die obere und untere Reihe aufgeteilt. Somit besteht jede einzelne Reihe aus Terzen. Diese ist die gängiste Form der Zampoña. Foto: Zanca und Malta in G-Dur |
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Dreireihig chromatisch: Bestehend aus der zweireihigen diatonischen Zampoña + dritter Reihe mit den restlichen fünf Halbtönen. Diese dritte Reihe ist widerrum pentatonisch (fünftönig) gestimmt und bildet als einreihige Flöte ein eigenständiges Instrument, Siku Ayarachi genannt. Mit ihr kann man die ganz alten Melodien der Anden wieder aufleben lassen. |
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Zweireihig chromatisch: Jede Reihe für sich ist in Ganztonschritten gestimmt. Im Zickzack-Kurs gelangt man von Halbton zu Halbton. |
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Der Charango ist ein 10saitiges (5 Doppelchöre) Solo- und Begleitinstrument, dessen Rückseite früher aus dem Panzer des Gürteltiers (Quirquincho / Armadillo) hergestellt wurde. Er gilt als Symbiose aus Gitarre und Mandoline; wahrscheinlicher ist aber, dass er - um 1780 - aus der Barockgitarre bzw. der Vihuela da mano hervorging. |
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Es gibt über 300 Arten des Charango und fast jede Art hat eine eigene Stimmung. Der Charango wird in verschiedenen Größen gefertigt. Von klein nach groß heißt er: Walaycho, Charango, Charangon und Ronroco. |
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| Die sehr gängige "Santo-Domingo-Stimmung" ist: .g´g´-c´´c´´-e´e´´-a´a´-e´´e´´. | |||||||||||||||||||
Die mittlere Doppelsaite bildet eine Oktave, alle anderen Saiten sind in Primen gestimmt. Diese Stimmung ermöglicht es, Campanellaläufe auf einfachste Art umzusetzen. Weitere charakteristische Techniken sind der Tremolo, bei dem der Zeigefinger durch schnelle Handdrehung über alle Saiten tremoliert und der Repique, bei dem der Tremolo nicht durchgängig gespielt, sondern genau auf die Zählzeiten im Takt ausgeführt und zwischendurch unterbrochen wird. |
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Instrument aus Kolumbien. Die 12 Saiten (4 x 3 Chöre) sind aus Stahl. Seine größte Bedeutung hat der Tiple in der folkloristischen Musik Kolumbiens. Stimmung des Tiple: d´´d´d´´-g´´g´g´´-h´´h´h´´-e´´e´´e´´. Die Saiten des Tiple, insbesondere die hohen h-Saiten sind sehr dünn reißen häufig. Aus diesem Grund spielen wir unseren Tiple, anders als im Notenbeispiel, mit drei tiefen h-Saiten. Außerdem ist der Tiple sehr schwer zu stimmen. Der Legende nach schafft es nicht einmal der Teufel ihn innerhalb einer Nacht richtig zu stimmen weshalb abergläubige Menschen abends einen Tiple vor die Haustür hängen, damit der Teufel (der es jedesmal aufs Neue versucht) nicht ins Haus kommt. Diese Legende hat Michael in einem Gedicht zusammengefasst:
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Viersaitiges Rhythmusinstrument aus Venezuela. Gleicht in Aussehen und Stimmung (A-D-fis-H) der hawaiianischen Ukulele, ist aber größer. In Venezuela oft zusammen mit der Harfe zu hören. Seit den 70ern zunehmend von Künstlern ganz Lateinamerikas in den unterschiedlichsten Stilrichtungen verwendet. Eine charakteristische Technik des Cuatro venezolano besteht im perkussiven Abdämpfen der Saiten. So werden beim 6/8 Takt die Saiten auf den Zählzeiten 3 und 6 abgedämpft. |
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Da die Gitarre bekannt sein dürfte, verzichten wir auf größere Erklärungen. Von Europa wurde die Gitarre nach Lateinamerika gebracht und hat sich zu einem der populärsten Instrumente entwickelt. In vielen lateinamerikanischen Musikstilen (wie z.B. in der Musik Brasiliens) hat sie sich zum eigenständigen Soloinstrument entwickelt. Als Harmonie gebendes Begleitinstrument ist sie überall anzutreffen.Die Stimmung ist: E-A-D-G-H-e. |
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Der Bass bildet das Fundament der Saiteninstrumente. Als eine der ersten Andenfolklorebands nahm Savia Andina in den 80er Jahren den E-Bass in ihr Instrumentarium auf. Der E-Bass bringt reichlich Druck und passt besonders zu rhythmisch orientierten bolivianischen Tänzen wie Tinku und Tobas. Zu akustisch ausgerichteter Musik passt meistens der Akustik-Bass besser. Die Stimmung von E- und Akustik-Bass ist: E-A-D-G. Ein ganz eigenes Klangbild bringt der aus der mexikanischen Mariachi-Musik bekannte Guitarrón mit sich. Der Guitarrón hat keine Bünde auf dem Griffbrett. Die Stimmung ist: A-D-G-C-E-A. |
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E-Bass, Akustik-Bass, Guitarrón |
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Große Doppelfelltrommel, bespannt mit Ziegen-, oder Lamafell. Ist heute in ganz Südamerika verbreitet und wichtiger Bestandteil der Andenmusik sowie der Folkloremusik Argentiniens und Chiles. Der Bombo wird mit einem oder zwei Klöppeln perkutiert. Man schlägt auf Fell und Spannring. Dadurch lassen sich alle Rhythmen variationsreich und virtuos gestalten. |
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In früherer Zeit diente der Bombo legüero zur Übermittlung von Signalen. Hörbar auf Entfernungen bis zu 5 Meilen (Leguas) wodurch sich sein Name ableitet. |
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Cajón peruano |
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Da es den afrikanischen Sklaven (die nach Südamerika verschleppt worden waren) verboten war auf ihren Instrumenten zu musizieren, trommelten sie auf den Holzkisten, die zum Verpacken von Obst, Gemüse und Stockfisch verwendet wurden. Aus dieser Notlösung entwickelte sich schließlich ein richtiges Instrument. So enstand der Cajón, der auch heute noch in der afro-peruanischen Musik zu finden ist. Zum spielen des Cajón muss man auf ihm sitzen. Man schlägt mit den Händen zwischen den Beinen hindurch. Er hat einen tiefen, dumpfen Klang. Durch Snares, im Inneren des Cajón, kommt noch ein zusätzliches Scheppern hinzu. |
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Ch´ajjchas |
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(sprich: Tschach-tschaß) Rasseln aus Ziegenhufen. Die Hufe werden um ein Band genäht. Ch´ajjas werden paarweise gespielt. Ein Band mit männlichen Hufen klingt dunkler, das zweite mit den weiblichen Hufen klingt heller. |
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Bongos |
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Konisch geformte, einfellige Trommeln aus Cuba die paarweise gespielt werden. Sie sind afrikanischen Ursprungs und werden mit der Hand oder den Fingern perkutiert. |
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Guiro |
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Auch Ratsche genannt. Ursprünglich aus einem Kürbis, heute auch aus Materialien wie z.B. Holz oder Blech hergestellt. Mit einem Holzstäbchen wird über die Einkerbungen des Guiro "geratscht". |
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Claves |
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Sehr dominantes Rhythmus gebendes Instrument aus Palmholz . Das eine Hölzchen liegt in der linken Hand, während man mit dem zweiten Hölzchen darauf schlägt. |
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Maracas |
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Zwei gleichgröße Kugeln mit Stiel, gefüllt mit Samenkörnern, Steinchen, etc. Die Maracas werden durch rhythmisches Schütteln zum Klingen gebracht. Gute Maraqueros können in der Karibik viel Ruhm erlangen. |
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Cencerro |
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Plattgedrückte Metallglocke. Bietet zahlreiche Klangvariationen und wird mit einem Drumstick perkutiert. |
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Matraca |
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Ein Instrument, das in vielen Ländern Lateinamerikas bei religiösen Prozessionen und beim Karrnaval verwendung findet. Wichtiger Bestandteil des afro-bolivianischen Tanz Morenada. Das Ratschen erinnert an das Scharren der Ketten, mit denen die Sklaven an den Fußgelenken aneinandergekettet waren. So mussten sie, um nicht zu fallen, im Gleichschritt laufen. |
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